AA+ Rating – Infos & Hintergründe

USA WirtschaftskriseDie Medien sind voll davon: Die Kreditwürdigkeit der USA erhält von den Ratingagenturen seit Freitag nicht mehr die Bestnote. Die US-Bonität wurde durch Standard & Poor’s von ’AAA’ um eine Stufe auf ’AA+’ herabgestuft. Sie begründete dies mit dem jüngsten Schuldenabkommen. Die angestrebten Einsparungen reichten zum Finanzausgleich nicht aus.

Doch was ist ’AAA’ eigentlich? Es handelt sich hierbei um einen Ratingcode von ’A’ bis ’D’, der im Finanzwesen zur Einschätzung der Bonität eines Schuldners dient. Dieser wird durch international tätige Ratingagenturen wie Standard & Poor’s, Moody’s, Fitch oder DBRS vorgenommen. Anhand mathematisch-statistischer Verfahren werden Ausfallwahrscheinlichkeiten errechnet und in Ratingklassen eingeteilt. Während ’AAA’ (ausgesprochen ’Triple A’) für höchste Bonität steht, bezeichnet ’D’ eine äußerst schlechte.

Auch für Privatunternehmen, die am Kapitalmarkt teilnehmen, kann ein Rating von Bedeutung sein. Ohne diese Bewertung ist es meist beinahe unmöglich Kapital am Kapitalmarkt aufzunehmen. Mittels einer Rating-Software können Firmen so genannte „Self-Ratings“ durchführen. Dafür sind unterschiedliche Versionen erhältlich, die im Internet bestellt werden können und für die man sicher online bezahlen kann.

Staaten und Privatschuldner mit schlechterem Ratingcode müssen aufgrund des höheren Bonitätsrisikos einen höheren Zinssatz zahlen und können folglich zu schlechteren Konditionen Kapital beschaffen. Die USA müssten in Folge neben der Tilgung ihrer Schulden zusätzlich eine wachsende Zinslast tragen. Verschlechtert sich das Rating also, steigen die Kapitalkosten, für Anleihen und Aktien ist im Regelfall mit einer Abwertung zu rechnen. Dennoch ist laut Standard & Poor´s die Fähigkeit eines mit ’AA’ bewerteten Landes, seine Schulden zu tilgen, nach wie vor „sehr stark“. Anleger mit ’AA’-Anleihen müssten sich also keine übermäßigen Sorgen machen.

Nach der Abstufung der US-Bonität wartete die Welt dennoch gespannt auf die Reaktion der internationalen Finanzmärkte. Nach den deutlichen Kursverlusten in der vergangenen Woche herrscht trotz der Beteuerungen der G7-Staaten, die Aktienmärkte stabil halten zu wollen, Unsicherheit, ob die Talfahrt der Kurse weiter geht. Panikverkäufe blieben allerdings aus. Nachdem am Dienstag der Dax im Vergleich zum Vortag zunächst noch stärker abstürzte, besteht nun wieder Hoffnung: Die Wall Street sorgte schließlich für den Umschwung. Der deutsche Leitindex schloss folglich fast unverändert, der Dow Jones legte letztendlich sogar um beinahe vier Prozent zu. Europaweit beendeten die wichtigsten Indizes den Handel höher und Schnäppchenjäger nutzten die Kurse zum Einstieg. In Asien, Australien und Neuseeland erlebten die Kurse allerdings eine weitere Aktien-Talfahrt.

Weltweit gelten vor allem Kanada, Australien, Hongkong, Österreich, Deutschland und Frankreich als zuverlässige Schuldner, die allesamt den ’AAA’-Status besitzen. Mit ’CCC’ dagegen ist Griechenland der Staat mit der weltweit schlechtesten Kreditwürdigkeit. Immerhin mit ’B-‚ werden Ecuador, Pakistan, Jamaika, Grenada und Fidschi bewertet.

Bild: © SVLuma – Fotolia.com