DAK Gesundheit schafft nach Fusionierung Zusatzbeiträge ab

Der geplante Zusammenschluss der beiden Krankenkassen DAK und BKK Gesundheit zur DAK Gesundheit kündigte eine angenehme Überraschung für ihre Versicherten an: Ab April 2012 will die dann drittgrößte Kasse auf die Erhebung des Zusatzbetrages verzichten. Wie ein Unternehmenssprecher erklärte, sei durch die Fusion mit einem Überschuss in Höhe von 300.000 Euro für das Jahr 2011 zu rechnen. Damit können die durch den Verzicht auf die Zusatzbeiträge entstehenden Deckungslücken aufgefangen werden. Auch für 2013 ist nach Angaben des Sprechers nicht geplant, den Zusatzbeitrag wieder einzuführen.

Nach der Fusion wird die neue Krankenkasse 5,1 Millionen Mitglieder haben, einschließlich der in der Familienversicherung mitversicherten Personen wird sich die Zahl auf 6,6 Millionen Versicherte belaufen. Eine Verschlankung des Personalbestandes von 10.700 auf 9.900 Mitarbeiter und effizientere Strukturen sollen Kosteneinsparungen von mehreren 100.000 Euro erbringen. Die DAK Gesundheit wird ihren Hauptsitz in Hamburg haben, die rund 850 Servicezentren in der ganzen Bundesrepublik sollen erhalten bleiben.

Die beiden ab Januar 2012 vereinigten Kassen gehörten mit zu den Ersten, die ihren Mitgliedern den ungeliebten Beitrag von 8 Euro pro Monat abforderten. Als Folge verloren die Kassen eine halbe Million ihrer Versicherten, die zu Versicherungsgesellschaften ohne zusätzlichen Beitrag wechselten. Es war erwartet worden, dass auch die meisten anderen Versicherungen ihre Mitglieder zur Kasse würden bitten müssen. Durch die gute Konjunkturlage und die niedrigen Arbeitslosenzahlen war dies für die meisten der rund 150 deutschen Krankenkassen bisher allerdings nicht notwendig geworden.

Die Erhebung eines Zusatzbeitrages hat sich für viele Kassen als ruinös erwiesen. Ein Großteil der Versicherten verlässt solche Kassen in Scharen und wechselt zu anderen Gesellschaften. Die zweitgrößte Kasse, die Techniker Krankenkasse (TK), die keine zusätzlichen Beiträge erhebt, gewann zum Beispiel auf diese Weise mehr als 200.000 Mitglieder hinzu. Zurück bleiben in erster Linie von der Zahlung befreite Sozialschwache und chronisch Kranke. Die finanziellen Engpässe werden dadurch immer größer. Deshalb sehen die Kassen Zusatzbeiträge als letztes Mittel, Defizite aufzufangen, und beschreiten lieber andere Wege – nicht immer zum Besten ihrer Mitglieder. Bis 2014 ist allerdings nach Expertenmeinung nicht zu erwarten, dass neue Zusatzbeiträge erhoben werden, da durch die gute Konjunkturlage Anfang des Jahres größere Überschüsse erwirtschaftet werden konnten.

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