Seit Tagen kennen die weltweiten Börsen nur eine Richtung: Nach unten. Der DAX verlor allein in den letzten acht Handelstagen in Folge. Er büßte dabei mehr als 15 Prozent seines Wertes ein und rutschte sogar unter die psychologisch so wichtige Marke von 6000 Punkten. Er befindet sich auf seinem Tiefststand seit September 2010. An der Wall Street zog die Börse zeitweilig sogar einen “Boden” ein, um einen zu schlimmen Absturz zu verhindern. Die Politik, von der die Wirtschaft so händeringend “beruhigende Signale” erwartet, konnte bisher nicht reagieren. Zu vielfältig sind die Gründe, weshalb die Finanzmärkte taumeln.
Krisenherd USA: Von der Zahlungsunfähigkeit zum Downgrade
Die weltweiten Börsen schauen vor allem angsterfüllt nach Nordamerika. Wochenlang rang die dortige Politik dort miteinander, um die Zahlungsunfähigkeit des Landes abzuwenden. Dies gelang nur Stunden vor dem Eintreten des schlimmsten Falls. Doch kurz nach der erlösenden Einigung folgte die nächste Hiobsbotschaft: Die Ratingagentur Standard & Poor’s stufte das Land in der Frage der Kreditwürdigkeit von der Bestnote AAA auf nur noch AA+ zurück. Ähnliches galt für einige der wichtigsten Bankentitel. Die Welt reagierte mit einem immensen Schock auf diese Herabstufung.
Krisenherd Europa: Italien und der Europa verbreiten Panik
Den Europäern geht es jedoch kaum besser. Mit Italien ringt die drittgrößte Volkswirtschaft des Kontinents mit der Zahlungsunfähigkeit. Zuletzt wollten Anleger nicht einmal mehr Anleihen des Landes zeichnen, obwohl Italien mit Zinsen von sechs Prozent lockte. Die EZB wurde aktiv und kaufte Staatsanleihen des Landes. Vorsorglich handelte sie ebenso in Spanien. Für die Italiener ist die Hilfe der Zentralbank jedoch kein Geschenk. Frankfurt verordnete der Regierung von Silvio Berlusconi ein striktes Sparpaket. 2013 will und muss Italien einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen.
Dies dient primär dazu, den schwer angeschlagenen Euro zu retten. Die Gemeinschaftswährung wankt seit Monaten. In den letzten Wochen hat eine regelrechte Kapitalflucht eingesetzt – nicht in den Dollar, der ebenfalls am Boden liegt, sondern in den Schweizer Franken. Für einen Euro erhält man 1,07 Franken. Vor einem Jahr waren es noch 1,40 Franken. Ein schnelles Abflauen der Krise ist momentan nicht zu erwarten.
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