Inflation – Was ist das?

InflationDas Wort Inflation leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet so viel wie „sich Aufblasen“. Damit ist auch der Kerninhalt dieser Aussage treffend beschrieben: in der Volkswirtschaftslehre versteht man unter Inflation den andauernden und bedeutsamen Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Dadurch wandelt sich das Verhältnis zwischen den Geld- zu der vorhandenen Gütermenge. Für ein Gut, zum Beispiel ein Brot muss nun mehr Geld bezahlt werden, das heißt also, dass die einzelnen Güter immer teurer werden. Insofern ist es leicht nachzuvollziehen, dass es sich bei einer Inflation um eine Entwertung des Geldes dreht.

Das Ziel der Politik sollte immer die so genannte Preisniveaustabilität sein. Als wichtiges Ziel der Wirtschaftspolitik ist es unter anderem im EG-Vertrag, im deutschen Grundgesetz oder auch in der Satzung der europäischen Zentralbank verankert.

Um die steigende beziehungsweise sinkende Inflationsrate messbar zu machen, wird dafür der Verbraucherpreisindex betrachtet. Dieser wird wiederum durch die Bestimmung eines repräsentativen Warenkorbes berechnet, der für einen typisch deutschen 2,3-Personenhaushalt bestimmt wird. Ebenfalls zur Berechnung herangezogen wird der Index der Lebenshaltungskosten. Bei dieser Methode, welche häufig in den Wirtschaftswissenschaften zur Berechnung der Inflation herangezogen wird, werden diejenigen Ausgaben verglichen, die die Verbraucher zum Erreichen eines gewissen Nutzenniveaus durchführen müssen.

Führt man diese Berechnungen für jedes Jahr durch, können aufgrund der vorherigen Daten die steigenden oder sinkenden Tendenzen im Vergleich zum Vorjahr oder einem anderen Vergleichsjahr berechnet werden. Ebenfalls möglich ist die monatliche Berechnung der einzelnen Preissteigerungen.

In Deutschland liegt die Inflationsrate pro Monat im ersten Halbjahr von 2011 bei ungefähr 2 Prozent. Dies lässt sich auch in der Statistik zur Inflationsrate nachlesen.

Schwierigkeiten und Kritikpunkte gibt es bei der Messung, da sich der Warenkorb, welcher zur Berechnung der Inflationsrate herangezogen wird, nicht mehr repräsentativ für heutige durchschnittliche Verbraucher präsentiert. Auch das sich stetig ändernde Konsumverhalten der Bürger kann kaum berücksichtigt werden. Technische Neuerungen werden daher nur zu einem kleinen Teil bei den Messungen beachtet.

Dabei wird die Preissteigerung aufgrund einer Inflation von den einzelnen Verbrauchern teilweise sehr unterschiedlich wahrgenommen. Man spricht hier von der so genannten gefühlten Inflation. Einer der Gründe für diese unterschiedliche Bewertung ist die Zusammensetzung des bereits beschriebenen Warenkorbes. In diesem sind zum einen Produkte die für den täglichen Lebensbedarf notwendig sind, zum anderen aber auch dauerhafte Güter enthalten, so dass sich der tatsächliche Warenkorb je nach Auswahl und Bedeutsamkeit der einzelnen Güter, je nach Konsumentengruppe individuell unterscheidet. Dabei ist die Wahrnehmung von Preisschwankungen bei den dauerhaften Konsumgüter, wie zum Beispiel eines Autos geringer ausgeprägt als zum Beispiel bei Lebensmitteln, die zu den Produkten des alltäglichen Bedarfs gehören.

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