Factoring hilft Unternehmen dabei, für fortlaufende Liquidität zu sorgen: Ein Factor zahlt die offenen Rechnungen der Unternehmenskunden innerhalb einer vereinbarten Frist und fordert die entsprechenden Summen anschließend von den Rechnungsempfängern ein. Wird kein spezieller Termin für die Zahlungen des Factoring-Unternehmens an seinen Auftraggeber vereinbart, erfolgen diese meist innerhalb von zwei Tagen. Somit verbessern sich die Bilanzen des beauftragenden Unternehmens, denn die Außenstände tauchen garantiert zum gewünschten Zeitpunkt als Eigenkapital auf der Habenseite auf. Dies sorgt für wesentlich günstigere Konditionen bei Bankkrediten, so dass anstehende Investitionen getätigt werden können und die Planungssicherheit gewährleistet ist.
Bereits im Reich der Babylonier wurde diese oftmals vorteilhafte Methode des Rechnungsmanagements praktiziert. Das Handelsimperium des mittelalterlichen Kaufmanns Jacob Fugger begründete seinen legendären kommerziellen Erfolg ebenfalls zum Teil auf Factoring. Vorreiter beim modernen Factoring waren die United States. Mittlerweile setzen immer mehr deutsche Unternehmen auf die Zusammenarbeit mit einem Factoring-Unternehmen.
Eine wesentliche Unterscheidung besteht zwischen echtem und unechtem Factoring. Bei ersterer Methode übernimmt das beauftragte Factoring-Unternehme das Ausfallrisiko für die offenen Rechnungen, während dieses bei dem unechten Factoring auf Seiten des Rechnungsstellers verbleibt. In den meisten Fällen wird der Factoring Unternehmen zudem damit beauftragt, das Debitoren-Management zu verantworten, also etwa das Mahnwesen oder das Einschalten eines Inkasso-Unternehmens bei dauerhaft ausbleibenden Zahlungen. Beim sogenannten Indoor- oder Bulk-Factoring kümmert sich der Rechnungssteller selbst um das Eintreiben seiner Debitoren.
Weiterhin wird zwischen Import- und Export-Factoring unterschieden. Beim Import-Factoring beauftragen ausländische Unternehmen zur Absicherung ihrer Importgeschäfte ein Factoring Unternehmen aus Deutschland. Beim Export-Factoring beauftragt ein deutscher Exporteur ein deutsches Factoring-Unternehmen, um seine grenzüberschreitenden Geschäfte abzusichern.
Stilles Factoring wird zwischen dem Auftraggeber und dem Factor vereinbart, ohne dass der Rechnungsempfänger davon erfährt. In den meisten Fällen wird hierzulande aber der Rechnungsempfänger darüber informiert, dass seine Zahlungen an ein Factoring-Unternehmen und nicht an den Rechnungssteller gerichtet werden. Aktuelle Nachrichten zum Thema gibt es beispielsweise auf der Internetpräsenz des Deutschen Factoring Verbandes.