Angesichts der Schuldenkrise in Griechenland und der wachsenden Sorge um den Euro sind die Verbraucher verunsichert. Die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) geht für den Monat August von schlechteren Werten beim Konsumklimaindex aus. Besonders die Diskussionen um die wirtschaftlichen Lagen einiger südeuropäischer Länder wie Griechenland und Italien dämpfen die Erwartungen der deutschen Konsumenten. Auch die anhaltend guten Rahmenbedingungen im Inland können die wachsenden Sorgen der Verbraucher nicht kompensieren.
Wie die GfK mitteilte, sind die Deutschen bezüglich ihrer persönlichen und wirtschaftlichen Entwicklung deutlich skeptischer geworden. Viele fürchten eine zusätzliche finanzielle Belastung durch die Euro-Krise. Experten gehen davon aus, dass insbesondere die Verunsicherung im Vorfeld des EU-Gipfels zur pessimistischen Stimmung der Verbraucher beigetragen hat. Da die Befragung allerdings vor dem EU-Sondergipfel stattgefunden hat, könnten die gefassten Beschlüsse inzwischen durchaus zur Beruhigung der Verbraucher beigetragen haben.
Die Bedenken schlagen sich auch in der Anschaffungsneigung der Verbraucher nieder, die im Vergleich zu den vergangenen Monaten einen marginalen Rückgang verzeichnet. Aufgrund der erfreulichen Entwicklung des Arbeitsmarktes haben die Konsumenten jedoch weiterhin Sicherheit bei der Planung größerer Anschaffungen und so haben die Befragten ihre Pläne für teurere Investitionen bisher nicht aufgegeben. Das Niveau bei der Anschaffungsneigung stellt sich daher weiterhin entsprechend stabil dar. Im Vergleich liegen die aktuellen Zahlen sogar 6 Punkte über den Vorjahreszahlen.
In der vergangenen Woche hatten bereits Wirtschaftsexperten und die Regierung von einer Abschwächung des Aufschwungs gesprochen, so dass sich in der Verbrauchermeinung nun die derzeitige Expertenmeinung widerspiegelt.
Allen Unkenrufen zum Trotz gehen die Meinungsforscher von einer weiterhin positiven Entwicklung des privaten Konsums für das laufende Jahr aus. Der Konsum der Verbraucher wird damit zu einem wichtigen Wachstumsmotor der inländischen Wirtschaft. Das wird nicht zuletzt auf die Steigerung der Reallöhne zurückgeführt.
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